Aktuelles
BLÖDE BÜSTEN
Malerei und Druckgrafik von Volker Lehnert
Der Dillinger Kunstverein zeigt vom 6. September bis 4. Oktober 2026 die Ausstellung „BLÖDE BÜSTEN. Malerei und Druckgraphik“ mit aktuellen Arbeiten von Volker Lehnert. Präsentiert werden Gemälde und Druckgrafiken aus den vergangenen beiden Jahren.
Die Ausstellung fällt in ein besonderes Jahr für den Künstler: 2026 wird Volker Lehnert 70 Jahre alt, zugleich jährt sich der Beginn seines künstlerischen Studiums zum 50. Mal. Damit blickt er auf ein halbes Jahrhundert kontinuierlicher künstlerischer Arbeit zurück.
Volker Lehnert lebt und arbeitet in Witten sowie in Frankreich. Seine künstlerische Laufbahn begann im Saarland, wo er nach dem Studium als Kunsterzieher am Ludwigsgymnasium Saarbrücken und in der Ausbildung tätig war. Zugleich prägte er im Saarländischen Künstlerbund engagiert die regionale Kunstszene mit.
1996 wurde Lehnert für vier Jahre als Professor nach Krefeld berufen. Im Jahr 2000 folgte er dem Ruf an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, an der er bis 2022 als Professor für Malerei lehrte. Über mehr als zwei Jahrzehnte entwickelte er dort eine prägende Lehrpraxis, die das Sehen und den malerischen Prozess ins Zentrum stellte. Von 2007 bis 2017 war er zudem Prorektor der Akademie.
Lehnerts Malerei kreist um das Verhältnis von Bild, Raum und Wahrnehmung. Ausgehend von Landschaften hat sich seine Arbeit in den letzten Jahren verstärkt der Figur zugewandt. Die Werkgruppe „Blöde Büsten“, die seit etwa zwei Jahren entsteht und im Zentrum der Ausstellung im Dillinger Kunstverein steht, zeigt Köpfe zwischen Lakonie und Groteske – tastende, eigensinnige Bilder, die sich jeder Eindeutigkeit entziehen und gerade darin ihre Präsenz entfalten.
NOMADENSCHÄTZE
Die Sammlung Ney wurde aufgelöst
Wenn man vor ihnen steht, spürt man es sofort: Diese Teppiche und Textilien sind mehr als kunstvolle Handarbeiten – sie sind gewebte Geschichten. Über Generationen hinweg haben nomadische Frauen in Anatolien, Persien, im Kaukasus und in Zentralasien ihre Welt in Wolle verwandelt: die Rhythmen des Lebens, den Wechsel der Jahreszeiten, die Hoffnung und die Erinnerung.
Yvonne und Robert Ney haben über Jahrzehnte hinweg mit Hingabe und einem untrüglichen Sinn für Qualität diese Stimmen gesammelt. Rund 70 seltene Objekte umfasst ihre Kollektion – eine stille Enzyklopädie der Nomadenkultur. Nun wird dieser Schatz aufgelöst. Für Kenner eröffnet sich damit eine einmalige Gelegenheit, für das kulturelle Gedächtnis aber bedeutet es ein leiser Abschied.
Nomadenteppiche waren nie bloß Schmuck. Sie schützten vor Kälte, strukturierten das Zelt, bewahrten Habseligkeiten auf. Und doch war in jedem Knoten, in jeder Farbfolge auch ein Ausdruck von Fantasie und Freiheitsdrang verborgen. Muster wanderten über die Generationen, wurden verändert, neu erfunden – ein Dialog zwischen Tradition und persönlicher Handschrift. In den Händen der Knüpferinnen entstand aus dem Notwendigen das Schöne.

So begegnet man in der Sammlung Ney filigranen Pferdedecken aus dem Kaukasus, deren strenge Ornamentik kraftvoll wirkt, oder den poetischen Teppichen der Gashgai aus Südpersien, deren Linien fast wie musikalische Partituren anmuten. Anatolische Gebetsteppiche verströmen spirituelle Wärme, während geometrische Flachgewebe aus Zentralanatolien eine fast moderne Klarheit besitzen.
Diese Stücke sind mehr als Kunstwerke – sie sind Spiegel einer Lebensform, die es so kaum mehr gibt. Und wer sich auf ihre Sprache einlässt, erkennt darin eine Poesie, die sich nicht in Museen bannen lässt, sondern weitergetragen werden will.
Die Auflösung der Sammlung Ney ist daher nicht nur ein Marktereignis, sondern ein Moment des Innehaltens: ein Blick zurück auf ein Lebenswerk, das mit Liebe, Kennerschaft und Geduld gewachsen ist.
Die Verkaufsausstellung fand vom 05. bis 07.12.2025 statt. Nach der Ausstellung bleibt dem Kunstverein ein Bestand von 33 Arbeiten, die ebenfalls käuflich erworben werden können.
Download des aktuellen Bestandskatalogs 2026 mit Preisliste
Für weitere Informationen: kontakt@kunstverein-dillingen.de
Vorschau
KLASSE MACHT KUNST
22.05. bis 21.06.2026
Ausstellung in der Stadthalle Dillingen
in Zusammenarbeit mit dem Fachverband für Kunstpädagogik BDK und der Stadt Dillingen/ Saar


