
Aktuelles
PAUL SCHNEIDER
Ausstellung: 18. Januar – 15. Februar 2026
Vernissage: Sonntag, 18. Januar, 11 Uhr, Zentrum August Clüsserath
Öffnungszeiten: Samstag & Sonntag, 14–18 Uhr
Eintritt frei
Die Ausstellung “Paul Schneider” wurde am 18. Januar 2026 feierlich eröffnet!
Rund 200 Besucher*innen kamen zur Vernissage im Zentrum August Clüsserath in Dillingen. Als Vorsitzender des Kunstvereins durfte Wolfgang Birk herzlich begrüßen, die Laudatio hielt Bernd Philippi, langjähriger Freund und Kenner des 2021 verstorbenen Künstlers.
Die Ausstellung zeigt Skulpturen, Zeichnungen und Aquarelle aus fünf Jahrzehnten – ein facettenreicher Überblick über das Œuvre eines der bedeutendsten saarländischen Künstler.
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SR berichtet in der Mediathek:
🎥 Beitrag von Uwe Loebens aus dem
„aktuellen bericht“
vom 16.01.2026 (SR Fernsehen) über die Ausstellung:
➡️
https://www.sr-mediathek.de/index.php?id=163351&seite=7
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SR kultur Audiobeitrag von Barbara Grech zur Ausstellung:
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https://www.sr-mediathek.de/index.php?id=163313

Warum heißt dieser Stein „Das bist Du selbst“?
Diese Frage steht am Anfang – aber nicht am Ende.
Am Sonntag, 8. Februar 2026, um 15 Uhr lädt der Kunstverein zu einer kostenlosen Kuratorenführung ein.
Ausgehend von der Arbeit „Sute ta ke tu (Das bist Du selbst)“ geht es um zentrale Fragen in Paul Schneiders Werk: um Stein und Raum, um Zeichnung und Linie, um ungewöhnliche Arbeitstechniken und um die philosophischen Hintergründe seiner Kunst.
Die Führung von Wolfgang Birk gibt Einblicke in Schneiders Denken und Arbeitsweise – von den großen Skulpturen für den öffentlichen Raum bis zu den sogenannten „Steinskizzen“ und den vielschichtigen Aquarellen und Zeichnungen.
Die rätselhafte Frage nach dem Titel eines Steins öffnet den Blick auf ein Werk, das mehr ist als Form: eine Einladung zum Sehen, Nachdenken und Entdecken.

Ausstellungsinfo
Zum Auftakt des Kunstjahres 2026 widmet der Kunstverein Dillingen dem saarländischen Bildhauer, Zeichner und Maler Paul Schneider eine umfassende Retrospektive – eine Würdigung eines Künstlers, dessen Werk die Region wie kaum ein anderes geprägt hat. Von den frühen 1950er-Jahren bis in die jüngste Zeit hinein hat Schneider das Verhältnis von Material, Raum, Natur und Zeit zu einer eigenständigen, unverwechselbaren Sprache geformt. Seine Kunst lebt in der Landschaft, aber auch im konzentrierten Blick auf kleine Formen und stilles Papier.
Frühe Wege und kleine Formen
Die Ausstellung führt zurück zu Schneiders Anfängen. Früh wandte er sich dem Metall zu; die Dillinger Schau zeigt kleine Metallobjekte aus dieser Schaffensphase. In ihnen wird jene klare Formhaltung sichtbar, die später im Stein monumentale Kraft entfalten sollte. Der Weg vom Metall zum Stein war für Schneider ein Übergang zu größerer Direktheit, zu einer Kunst, die dem gewachsenen Material und seinen inneren Gesetzen folgt.
Neben den frühen Arbeiten stehen die sogenannten „Steinskizzen“ – kleine Steinobjekte und Basaltsäulen, die Schneider als Verdichtungen von Idee und Bewegung verstand. In ihnen zeigt sich die Auseinandersetzung mit Form, Gravitation und Struktur, die sein Gesamtwerk bestimmt. Jede Spur im Material ist bewusst gesetzt, jede Fläche in Beziehung zum Licht gedacht.
Zeichnung, Aquarell, Farbe
Weniger bekannt, aber längst unverzichtbarer Teil seines Œuvres, ist Schneiders Arbeit auf Papier. Die Ausstellung präsentiert Aquarelle, Gouachen und Zeichnungen, in denen sich Farbe und Linie zu stillen Denk- und Wahrnehmungsräumen verdichten. Diese Blätter sind nicht Begleitwerk, sondern Kommentar und Parallelwelt zur Skulptur – Orte konzentrierter Reflexion, geprägt von innerer Ruhe und meditativer Präsenz.
Ein besonderer Höhepunkt ist der erstmals gezeigte Santorin-Zyklus, dessen architektonische Struktur und Rhythmisierung von Reisen und Lichterlebnissen inspiriert ist. Diese Arbeiten öffnen den Blick auf eine heitere, lichtgetragene Seite des Künstlers.
Präsenz im öffentlichen Raum
Schneiders Bedeutung reicht weit über das Atelier hinaus. Er gehört zu den prägenden Stimmen der saarländischen Kunst im öffentlichen Raum. Seine Werke in Saarbrücken, Merzig, St. Wendel und vielen anderen Orten haben Stein mit Landschaft, Architektur und Bewegung des Himmels verbunden.
Zu Recht gilt er als Initiator zentraler künstlerischer Impulse im Saarland: das Skulpturensymposion am St. Johanner Markt in Saarbrücken und das Projekt „Steine an der Grenze“ in Merzig-Silwingen sind bleibende Beiträge zur europäischen Skulpturenlandschaft. Und auch Dillingen selbst trägt seine Handschrift: Im Rosengarten der Stadt steht ein Ensemble seiner Steine, das seit Jahren still und kraftvoll wirkt.

Ein Weg des Sehens
Schneiders Werk fragt nach Dauer und Wandel, Natur und Geist, Kosmos und menschlicher Ordnung. Seine Kunst ist kein Objekt, sondern ein Zustand – ein Dialog mit Material und Zeit. Die Dillinger Retrospektive macht diesen Weg sichtbar: von der kleinen Form zur großen Geste, vom dunklen Metall zur leuchtenden Farbe, vom Stein zur Linie.

NOMADENSCHÄTZE
Die Sammlung Ney wurde aufgelöst
Wenn man vor ihnen steht, spürt man es sofort: Diese Teppiche und Textilien sind mehr als kunstvolle Handarbeiten – sie sind gewebte Geschichten. Über Generationen hinweg haben nomadische Frauen in Anatolien, Persien, im Kaukasus und in Zentralasien ihre Welt in Wolle verwandelt: die Rhythmen des Lebens, den Wechsel der Jahreszeiten, die Hoffnung und die Erinnerung.
Yvonne und Robert Ney haben über Jahrzehnte hinweg mit Hingabe und einem untrüglichen Sinn für Qualität diese Stimmen gesammelt. Rund 70 seltene Objekte umfasst ihre Kollektion – eine stille Enzyklopädie der Nomadenkultur. Nun wird dieser Schatz aufgelöst. Für Kenner eröffnet sich damit eine einmalige Gelegenheit, für das kulturelle Gedächtnis aber bedeutet es ein leiser Abschied.
Nomadenteppiche waren nie bloß Schmuck. Sie schützten vor Kälte, strukturierten das Zelt, bewahrten Habseligkeiten auf. Und doch war in jedem Knoten, in jeder Farbfolge auch ein Ausdruck von Fantasie und Freiheitsdrang verborgen. Muster wanderten über die Generationen, wurden verändert, neu erfunden – ein Dialog zwischen Tradition und persönlicher Handschrift. In den Händen der Knüpferinnen entstand aus dem Notwendigen das Schöne.

So begegnet man in der Sammlung Ney filigranen Pferdedecken aus dem Kaukasus, deren strenge Ornamentik kraftvoll wirkt, oder den poetischen Teppichen der Gashgai aus Südpersien, deren Linien fast wie musikalische Partituren anmuten. Anatolische Gebetsteppiche verströmen spirituelle Wärme, während geometrische Flachgewebe aus Zentralanatolien eine fast moderne Klarheit besitzen.
Diese Stücke sind mehr als Kunstwerke – sie sind Spiegel einer Lebensform, die es so kaum mehr gibt. Und wer sich auf ihre Sprache einlässt, erkennt darin eine Poesie, die sich nicht in Museen bannen lässt, sondern weitergetragen werden will.
Die Auflösung der Sammlung Ney ist daher nicht nur ein Marktereignis, sondern ein Moment des Innehaltens: ein Blick zurück auf ein Lebenswerk, das mit Liebe, Kennerschaft und Geduld gewachsen ist.
Die Verkaufsausstellung fand vom 05. bis 07.12.1015 statt. Nach der Ausstellung bleibt dem Kunstverein ein Bestand von 40 Arbeiten, die ebenfalls käuflich erworben werden können.
Download des Bestandskatalogs 2026 mit Preisliste
Für weitere Informationen: kontakt@kunstverein-dillingen.de


